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Erdbeben und Besuch aus Deutschland

Hallo alle zusammen,

zuerst einmal darf ich alle beruhigen. Mir geht es sehr gut. Am Mittwoch den 7.11., ich war grad im Buero der Projektabteilung, fing auf einmal an alles um mich herrum wackeln. Irgendwo hoerte ich Glaeser klirren. Ich drehte mich um, um zu gucken wer meinen stuhl dreht aber ich war alleine in dem Raum. Es war ein sehr komisches und neues Gefuehl, dass auf einmal so etwas normales und konstantes wie die Erde nicht mehr so normal und konstant war wie man es gewohnt ist. Das Beben dauerte Vielleicht 30 Sekunden, was wohl schon relativ lang ist, und erst danach war mir klar, dass es ein Erdbeben war. Ich ging sofort in den Vorraum. alle mussten das Gebaeude verlassen. Nach 5 Minuten gingen wir wieder hinein. Die leute waren vollkommen unaufgeregt und sprachen sehr "fachmaennisch" ueber die Staerke. Einer sagte mir 4oder 5 auf der Richterskala.

Fuer mich war das nateurlich etwas vollkommen neues, da es bei uns in Deutschland Beben dieser Staerke meines Wissens nicht sehr oft gibt. Das Epizentrum liegt im noerdlichen Berreich von Guatemala nahe der Grenze zu Mexiko und hatte dort eine Staerke von 7,4. Santa Ana ist von dem Punkt ca. 400 bis 500 Kilometer entfernt. Also nach fuenf Minuten ging hier alles seinen gewohnten Gang.

Im Projekt gibt es neue Entwicklungen. Eine Frau aus Deutschland, von der Stiftung, kam am Montag nach El Salvador. Lombardo und ich holten sie in San Salvador ab. Am Dienstag fuhren wir alle zusammen ins Projekt. Die Menschen zeigten alles von der besten Seite. Die  Waende waren neu gestrichen, fast alle waren ins "Gemeindezentrum" gekommen und es wurden Reden gehalten. Alle waren sehr offen und redeten viel ueber das Projekt. Dies war mir vorher noch nicht aufgefallen, da die meinsten, wenn ich sie noch nicht kannte, immer sehr zurueckhaltent zu mir waren. Es gab eine Extravortellung im Labor und wir gingen auf die Felder. Schlussendlich hab ich den Eindruck bekommen, dass alle Parteien sehr zufrieden mit dem Projekt sind.

Fuer mich ist das sehr interessant zu sehen welche Huerden genommen werden muessen, um ein Projekt erfolgreich durchzuziehen. Mir war nie bewusst, welche Probleme und Fragestellungen auf einen zukommen.

Schon allein, dass das Projekt auf vielen verschiedenen Ebenen wirkt, wirft Probleme ueber Probleme auf. Ein Beispiel dazu sind zum Beispiel die zwei Kochkurse fuer die Frauen im Projekt, vor zwei Wochen. Das hoert sich vielleicht zuerst nicht sehr emanzipiert an, dass ein sozial Projekt versucht die Frauen zum Kochen zu bringen. Fakt ist jedoch, dass ich nur mit sehr sehr wenigen Frauen in der Zeit meines Aufenthalts im Projekt geredet habe. Die meisste Zeit des Tages arbeiten die Maenner auf den Faeldern und die Frauen kuemmern sich um die Kinder. Durch einen Kochkurs, der von zwei Frauen aus einem Restaurant in Santa Ana durchgefuehrt wurde, sollten die Frauen mehr in das Projekt eingebunden und aus ihren vier Waenden geholt werden.

Am ersten Tag des Kurses waren ca. 10 Frauen und Maedchen und 20 Maenner anwehsend. Es wurd gekocht und gegessen. Lombardo war ein wenig enttaeuscht und forderte alle Maenner auf, dass sie ihre Frauen, Muetter und Toechter am naechsten Tag mitbringen sollten. Beim naechsten Mal war es jedoch noch extremer. Nur die Frau von Don Jose Luiz mit ihren Toechtern und noch zwei andere Frauen waren gekommen. Dafuer aber 20 -30 Maenner. ich denke mal, dass es am leckeren Essen lag

Daran sieht man also wie schwierig es ist die Frauen zuerreichen. Probleme solcher Art findet man in jedemSektor des Projekts aber ich hab gemerkt, dass sie langsam aber sicher geloest werden koennen.

Meine restliche Zeit hier verbringe ich mit viel fussballspielen, ein bischen herrum fahren und sich ein paar Sehenwuerdigkeiten angucken. Ich habe fuer mich auch einen neuen Fussballverein entdeckt. FAS aus Santa Ana. Schal ist schon gekauft und ich war schon zweimal auf einem Fussballspiel. Die Ultras haben ein Spruchbanner auf dem "bienvenidos al infierno" Steht. Das heisst so viel wie Willkommen in der Hoelle. Das sagt sehr viel ueber ein Fussballspiel in Mittelamerika aus

Das einzige was mich ein bischen stoert ist, dass ich mich Abends nicht alleine durch die Stadt bewegen kann. Man muss also immer gucken, dass man irgendwohin aber natuerlich auch wieder zurueck zur Uni gefahren wird.

Also ich hoffe euch geht es allen gut. ich hoer viele positive Reaktion von meienr Familie. Mich freut es, dass es euch gefaellt etwas ueber mein Leben hier zu erfahren.

Alles alles Gute euer Johannes

Freitag 09.11.2012

9.11.12 10:30
 


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